Neuanfang und Aufbruch | #16 Newsletter 2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde­,

ein kompliziertes Jahr geht zu Ende. Wir haben uns intensiv bemüht, die „Fahne des Protests und des Widerstandes“ gegen die Kampfdrohnen und die Air Base Ramstein aufrecht zu erhalten.

Unsere fast 15.000 Protest-Postkarten und E-Mails gegen die Bewaffnung der Bundeswehrdrohnen war der größte Protest gegen diese Anschaffung – wir haben Erfolg gehabt. Die SPD will das Problem „vertagen“ und eine Entscheidung pro Kampfdrohne wird in dieser Legislaturperiode nicht mehr getroffen. Auch euer Widerstand und euer Protest haben dazu beigetragen. Ein erneutes Beispiel: es lohnt sich mit vielen anderen am Ball zu bleiben!

Mit den Online-Aktionstagen haben wir versucht, durch eine Woche der Diskussion und der Kultur den Widerstand wach zu halten. Mit dem erstmals verliehen Roland-Vogt-Friedenspreis an Konni Schmidt haben wir einen wichtigen Mitstreiter geehrt. Die Online-Abendveranstaltung und der internationale Kongress gegen Militärbasen im September hat viel Aufmerksamkeit und Sympathie erregt. Mit dem „Runden Tisch Konversion“ und der damit verbundenen Broschüre haben wir eine gesellschaftliche Debatte verstärkt.

Ja, wir haben einiges versucht und erreicht, dennoch sind wir nicht zufrieden. Wir wissen, dass uns das Friedenscamp und die Demonstrationen fehlen, der Protest muss wieder auf die Straßen von Kaiserslautern und Ramstein.

Wir werden alles tun, dass dieses 2021 wieder geschieht.

Der Koordinierungskreis hat sich am 12. und 13. Dezember zu einer Klausur getroffen, bei der wir intensiv über die Zukunft und die zukünftigen Aktionen diskutiert haben. Nach der Absage der Aktivitäten vor Ort und den Schwierigkeiten im Koordinierungskreis haben wir alles auf den Prüfstand gestellt und uns die Entscheidungen für die Zukunft der Kampagne nicht einfach gemacht.

Einmütig waren wir der Meinung, wir machen weiter und 2021 sind wir wieder mindestens mit Friedenscamp, Kongress und Abendveranstaltung präsent (wenn es die gesetzlichen Bestimmungen zulassen).

Wir wollen einen deutlichen Zahn zulegen und dieses mit noch effektiver arbeitenden Strukturen. Deswegen werden wir einiges verändern, um die Aktionen noch partizipativer und gemeinsam mit allen Interessierten und Engagierten vorzubereiten.

Dazu heißt es u.a. in unserer Erklärung zu den Ergebnissen der Klausur des Koordinierungskreises:

  • Die verschiedenen Aktionen werden selbstorganisiert durch die Arbeitsgruppen der Kampagne in eigener Verantwortung vorbereitet und durchgeführt sowie durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit vorbereitet. Dies bedeutet nach den erfolgreichen Aktionen der Kampagne in den letzten Jahren einen Neuanfang, der sich aus den veränderten Rahmenbedingungen ergibt.
  • Die dezentrale eigenständige Vorbereitung der Aktionen bedeutet auch, dass der Koordinierungskreis der Kampagne zugunsten basisnaher selbst organisierter Strukturen aufgelöst wird.

Wir werden uns auch mit diesem Schreiben an euch alle: Macht aktiv mit! Engagierte, Interessierte und hoffentlich viele Neue sind herzlich eingeladen, sich in dieser für den Frieden so zugespitzten Situation an der Vorbereitung und Durchführung besonders des Friedenscamps und der vielfältigen anderen Protestaktionen eigenständig und aktiv zu beteiligen. Wir brauchen mehr und aktivere Arbeitsgruppen und örtliche Initiativen. Vielfältige Kooperationen mit anderen Organisationen und Initiativen sollen für das Jahr 2021 ausgebaut werden.

Um das alles weiter zu diskutieren, werden wir auch zu einer (hybriden) Vorbereitungskonferenz der Kampagne für das Frühjahr 2021 einladen.

Bereits im Oktober hatte sich die AG Friedenscamp getroffen und beschlossen, dass wir nächstes Jahr auf alle Fälle Präsenz vor Ort zeigen werden und mit neuen Aktionen auf die feigen Drohnenmorde hinweisen! Wir lassen uns verschiedene Optionen offen und werden diese flexibel an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen. Details dazu werden nach und nach veröffentlicht. Wir gehen gestärkt als Einheit mit soliden Strukturen in die Planungen für das Friedenscamp 2021! Wer sich bei uns einbringen möchte darf sich gerne unter: camp@ramstein-kampagne.eu melden. Wir freuen uns immer über tatkräftige MitstreiterInnen!

Nichts von unseren Planungen, keine Vorbereitung, keine Aktion oder auch nur das Weitermachen geht ohne eure Unterstützung! Mitmachen ist das wichtigste, aber wir brauchen auch erneut eure finanzielle Hilfe. Ohne die Proteste vor Ort sind uns viele Spenden weggebrochen. Darum: Jede auch noch so kleine Spende hilft und macht vieles möglich.

Bitte unterstützt uns am Ende dieses komplizierten Jahres, um ein Jahr der Aktionen, ein Jahr des Protests und des Handelns zu ermöglichen. In dem Jahr der Bundestagswahl und des höchsten Rüstungshaushaltes der Geschichte Deutschlands wollen wir gemeinsam zeigen, das ist nicht das Deutschland des Friedens und der Abrüstung, das Land ohne Drohnen und Krieg, welches wir wollen.

Gemeinsam können wir vieles erreichen. Deswegen bitten wir erneut um eine Spende. Bitte helft mit die Ramstein-Proteste 2021 möglich zu machen.

Spendet bitte auf folgendes Konto oder per Paypal:

Aktiv für den Frieden – Stopp Ramstein e.V.
IBAN: DE38 1005 0000 0190 6460 80
BIC: BELADEBEXXX
Stichwort: StoppRamstein21

Vielen herzlichen Dank!

Mit friedlichen Grüßen

Reiner Braun, Pascal Luig und Konstantin Schneider